Kernbotschaften für Fachkräfte im Bereich der Prävention und Kontrolle von Infektionskrankheiten und Krankenhausepidemiologen

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Aufgaben

1.    Ihre Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass die grundlegenden Elemente der Programme zur Prävention und Kontrolle von Krankenhausinfektionen Anwendung finden [82,84,85] [Expertenkonsens]. Hierzu zählen:
a)    Bildung und Schulung, 
b)    Richtlinien und Verfahren, 
c)    aseptische Verfahren und klinische Interventionen,
d)    Handhygiene, 
e)    Sterilisierung von Instrumenten und Geräten, 
f)    Sterilisierung der Umgebung, 
g)    Wassersicherheit, 
h)    Impfung von Beschäftigten im Gesundheitswesen sowie arbeitsmedizinische Betreuung, 
i)    Zusammenarbeit mit öffentlichen Gesundheitsorganisationen,
j)    Einbetten von Prävention und Kontrolle von Infektionen in alle Richtlinien und 
k)    Sicherstellung, dass das gesamte Personal von der Vorstandsebene bis zur Station seine Rolle bei der Prävention von Infektionen kennt. 

2.    Weitere Aufgaben sind [31,42,56,82,85-87]:
a)    Koordinierung der Krankenhaus-Surveillance und von Programmen zur Prävention und Kontrolle therapieassoziierter Infektionen. 
b)    Sicherstellen, dass Leitlinien zur Prävention und Kontrolle von Infektionen, Protokolle und Checklisten zur Vorbeugung von sowohl therapieassoziierten Infektionen als auch der Übertragung von Mikroorganismen verfügbar sind;
c)    Bereitstellen von Informationen über lokale Antibiotikaresistenzmuster;
d)    Überwachung der Einhaltung der Leitlinien zur Prävention und Kontrolle von Infektionen;
e)    Prüfung und Berichterstattung von Surveillance-Daten zu therapieassoziierten Infektionen;
f)    Sicherstellen, dass die Antibiotic-Stewardship-Programme in Richtlinien und
Programme zur Prävention und Kontrolle von Infektionen integriert werden;
g)    Schulung aller relevanten medizinischen Fachkräfte im Bereich der Interventionen zur Prävention und Kontrolle von Infektionen, um die Übertragung von sowohl antibiotikaresistenten als auch antibiotikaempfindlichen Bakterien zu reduzieren. 

Beispiel
3.    Griechenland – Ein dreijähriges umfassendes Infektionskontrollprogramm zur Kontrolle der Verbreitung von Carbapenem-resistenten Bakterien in einer hämatologischen Abteilung eines Universitätskrankenhauses führte zu weniger Infektionen aufgrund dieser Bakterien [88].

4.    Italien – Ein vierjähriges Infektionskontrollprogramm senkte die Inzidenz von Infektionen und Kolonisationen aufgrund von Carbapenem-resistenten Bakterien in einem Lehrkrankenhaus. Das Programm umfasste Antibiotic-Stewardship-Maßnahmen, die auf den Einsatz von Carbapenem abzielten [62].

5.    Das ECDC-Verzeichnis (Link) enthält Online-Ressourcen für die Prävention und Kontrolle therapieassoziierter Infektionen.

Dinge, die Sie tun können

6.    Machen Sie Richtlinien für Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle von Infektionen zur Senkung therapieassoziierter Infektionen und der Übertragung von Mikroorganismen einfach und zuverlässig zugänglich. Diese Richtlinien können Leitlinien, Protokolle und Checklisten enthalten [Expertenkonsens].

7.    Organisieren und fördern Sie Bildungsveranstaltungen, Kurse und Konferenzen zusammen mit Krankenhausverwaltern, um die Aktivitäten zur Prävention und Kontrolle von Infektionen bei allen medizinischen Fachkräften zu unterstützen (z. B. Handhygiene, Kontaktschutzmaßnahmen, aktive Screeningkulturen und Reinigung des Pflegeumfelds) [89].

8.    Wenn Sie Mitarbeiter im Krankenhaus oder in der medizinischen Einrichtung sehen, die die Leitlinien oder Protokolle missachten, fragen Sie sie, warum sie dies tun, und stellen Sie Materialien bereit, um zu verstehen, was sie falsch machen [69] [Expertenkonsens].

9.    Koordinieren Sie die Krankenhaus-Surveillance therapieassoziierter Infektionen mithilfe der folgenden zwei Maßnahmen [82,85] [Expertenkonsens]:
•    Punktprävalenzuntersuchungen, die eine Momentaufnahme der Anzahl an Patienten mit therapieassoziierten Infektionen im Krankenhaus zu einem bestimmten Zeitpunkt darstellen;
•    Langzeit-Surveillance der Inzidenz therapieassoziierter Infektionen (z. B. auf Intensivstationen oder für spezifische Arten von Infektionen).

10.    Verwenden Sie lokale Daten zu therapieassoziierten Infektionen, setzen Sie lokale Ziele und identifizieren Sie Bereiche, in denen eine zusätzliche Unterstützung der Prävention und Kontrolle von Infektionen erforderlich ist [82,85] [Expertenkonsens].

11.    Überwachen Sie, wie wirksam gezielte Präventivmaßnahmen bei der Reduzierung der Übertragung antibiotikaresistenter Bakterien sind [82,85] [Expertenkonsens].

12.    Schulen Sie medizinische Fachkräfte regelmäßig in der Umsetzung wirksamer Strategien zur Prävention und Kontrolle [82,85] [Expertenkonsens].